24-Stunden-Betreuung bei Demenz: Länger im vertrauten Zuhause leben

Geschrieben von Andreas Wolf | Jul 6, 2026 7:36:49 AM

Wenn ein Mensch an Demenz erkrankt, verändert sich oft der ganze Familienalltag. Angehörige möchten Sicherheit geben, stossen aber mit der Zeit an Grenzen: tagsüber, nachts oder dann, wenn sie selbst arbeiten, Kinder betreuen oder nicht ständig vor Ort sein können.

Ein Pflegeheim kann in solchen Situationen die richtige Lösung sein. Es muss aber nicht immer der erste Schritt sein. Auch mit einer Demenz kann ein Leben zu Hause möglich sein, wenn Betreuung, Wohnsituation und Unterstützungsbedarf zusammenpassen.

Was bedeutet Demenz im Alltag?

Demenz kann sich im Alltag sehr unterschiedlich zeigen. Häufig treten Gedächtnisprobleme, Orientierungsschwierigkeiten oder Unsicherheiten bei gewohnten Abläufen auf. Auch das Verhalten kann sich verändern, etwa durch Unruhe, Rückzug, Ängstlichkeit oder gereizte Reaktionen. Mit fortschreitender Demenz nimmt auch der Unterstützungsbedarf immer mehr zu. So fallen leichte Alltagsaufgaben wie die Essensaufnahme oder die Körperpflege plötzlich nicht mehr so leicht wie vorher.

Welche Herausforderungen entstehen für Angehörige?

Nicht nur die betroffene Person kann unter einer Demenz leiden – auch für Angehörige ist es nicht einfach zu sehen, wie eine geliebte Person sich verändert. Viele Angehörige leben mit der Sorge, dass die Mutter oder der Vater stürzt, nachts unruhig wird oder das Haus verlässt und den Weg zurück nicht mehr findet.

Der Alltag muss neu organisiert werden und auch die emotionale Belastung ist nicht zu unterschätzen. Dazu kommt, dass man als Angehörige nicht immer anwesend sein kann, weil man zum Beispiel berufstätig ist oder selbst Kinder hat, um die man sich kümmern muss.

Kann eine Person mit Demenz zu Hause bleiben?

Grundsätzlich bedeutet eine Demenz nicht automatisch, dass jemand in ein Pflegeheim umziehen muss. Wenn sich die Demenz noch in einem frühen Stadium befindet und die Person in der vertrauten Umgebung mit Unterstützung gut zurechtkommt, kann eine Betreuung zu Hause möglich sein. Ob eine 24-Stunden-Betreuung passt, hängt vom Betreuungsbedarf, von der Sicherheit im Alltag, von der Wohnsituation und von möglichen zusätzlichen Pflegeleistungen ab.

Wie unterstützt eine 24-Stunden-Betreuung bei Demenz?

Eine 24-Stunden-Betreuung kann Menschen mit Demenz im Alltag Orientierung, Sicherheit und Struktur geben. Besonders wichtig ist dabei, dass die Betreuung nicht nur einzelne Aufgaben übernimmt, sondern den Alltag kontinuierlich begleitet.

Struktur im Alltag

Menschen mit Demenz profitieren oft von wiederkehrenden Abläufen. Wenn Aufstehen, Essen, Spaziergänge, Ruhezeiten und Schlafengehen in einem vertrauten Rhythmus stattfinden, gibt das Orientierung. Die Betreuungsperson hilft dabei, diese Struktur ruhig und geduldig aufrechtzuerhalten.

Unterstützung im täglichen Leben

Die Betreuungsperson hilft dort, wo im Alltag Unterstützung nötig ist. Dazu gehören zum Beispiel Anziehen, Körperpflege, Mahlzeiten, Mobilität oder die Erinnerung an wichtige Tagespunkte.

Sicherheit und Begleitung

Bei Demenz können Unsicherheit, Orientierungsschwierigkeiten oder Sturzrisiken zunehmen. Eine Betreuungsperson vor Ort kann begleiten, beruhigen und im Alltag schneller reagieren.

Entlastung der Angehörigen

Viele Familien von Menschen mit Demenz übernehmen über lange Zeit eine grosse Verantwortung. Eine 24-Stunden-Betreuung kann diese Verantwortung auf mehr Schultern verteilen. Angehörige bleiben weiterhin wichtig, müssen aber nicht mehr ständig auf Abruf sein.

Was kann eine 24-Stunden-Betreuung nicht leisten?

Eine 24-Stunden-Betreuung kann viel Sicherheit im Alltag geben, ist aber nicht in jeder Situation die passende Lösung. Bei sehr hohem Pflegebedarf, akuter Eigen- oder Fremdgefährdung oder dauerhaft notwendiger medizinischer Überwachung kann ein Pflegeheim oder eine andere spezialisierte Versorgungsform sinnvoller sein.

Eine 24-Stunden-Betreuung ersetzt keine ärztliche Behandlung und keine medizinische Pflege. Wenn regelmässige Behandlungspflege, Wundversorgung, Medikamentenmanagement oder andere medizinische Leistungen nötig sind, braucht es zusätzlich Fachpersonen, zum Beispiel die Spitex oder ärztliche Unterstützung.

Welche Vorteile bietet die Betreuung zu Hause?

Die vertraute Umgebung kann Menschen mit Demenz Orientierung geben: Sie kennen Räume, Wege, Geräusche und oft auch kleine Alltagsabläufe. Ein Umzug in eine neue Umgebung kann dagegen verunsichern und Unruhe verstärken, besonders wenn die Demenz bereits weiter fortgeschritten ist.

Bei einer 24-Stunden-Betreuung kann der Alltag stärker an den Gewohnheiten, Vorlieben und Bedürfnissen der betreuten Person ausgerichtet werden. Das kann besonders bei Demenz hilfreich sein, weil vertraute Abläufe, bekannte Routinen und persönliche Zuwendung Sicherheit geben.

Wie läuft die Organisation einer Betreuung ab?

Weil jede Betreuungssituation anders ist, beginnt Care24 mit einer persönlichen Bedarfsabklärung. Gemeinsam mit der Familie wird geprüft, wie weit die Demenz fortgeschritten ist, welche Unterstützung im Alltag nötig ist, welche pflegerischen Leistungen dazukommen und ob die Wohnsituation für eine Betreuung zu Hause geeignet ist.

Auf dieser Grundlage schlägt Care24 passende Betreuungspersonen vor. Die Familie und die betreute Person können anschliessend auswählen, wer am besten zur Situation passt. Auch nach Beginn der Zusammenarbeit, bleibt Care24 Ansprechpartner für die Familie

Wenn Sie unsicher sind, ob eine 24-Stunden-Betreuung das Richtige für Ihre Situation ist, berät Sie Care24 gerne persönlich.